Apfel
Äpfel (Malus) sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Ursprung des Kulturapfels liegt in Zentral- und Westasien und wurde schon 10.000 v. Chr. im heutigen Kasachstan genutzt. Genetische Untersuchungen zeigten, dass der Kulturapfel (Malus domestica Borkh., Syn. Pyrus malus L.) von Malus siversii und Malus orientalis abstammt. In der Antike gelangte er über alte Handelsstrassen nach Süd- und Osteuropa, wo er von den Römern und Griechen kultiviert wurde. Ca. 100 vor Christus brachten die Römer den Kulturapfel nach Mittel- und Nordeuropa. Der Apfel stellte bei den Kelten das Symbol der Wiedergeburt dar, während er bei den Germanen die Unsterblichkeit symbolisierte. Im Heiligen Römischen Reich war der Apfel das Symbol der Weltkugel.
Durch Auslese von Sämlingen wurden Apfelsorten schon sehr früh selektioniert. Viele Landsorten entstanden aus Sämlingen. Um die gleiche Sorte zu vermehren, wurde bereits durch die Römer die vegetative Vermehrung durch Reiser entwickelt. Solche Veredelungstechniken sind bereits seit ca. 800 v. Chr.beaknnt, ebenso wie Sortennamen (Homer: 24. Gesang der Odyssee).

Der Kulturapfel im Alpenraum
Obstbau findet meist am Rand der Weinbaugebiete statt Streuobstwiesen und-landschaften sind im Alpenraum und im Alpenvorland verbreitet. Apfelanbauregionen in den Alpen sind die Bodenseeregion, die Südost-Steiermark (steirische Apfelstrasse), das Mostviertel in Niederösterreich und Südtirol.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts waren in Deutschland etwa 2000 Apfelsorten bekannt. Kulturäpfel gelangten mit den Römern vor 1500 Jahren in die Schweiz und erreichten hier seine Blütezeit im 19. Jahrhundert. Funde aus Österreich zeigen, dass der Apfel zum ersten Mal im Jahr 1074 in der Region Steiermark angebaut wurde. Es wird angenommen, dass die steierischen Köster Obstgärten kultivierten. Aus Aufzeichnungen wird ersichtlich, dass der steirische Obstbau während der Zeit der Monarchie grosse Bedeutung in der heimischen Landwirtschaft genoss.