Die Erhaltung unserer landwirtschastlivchen Kulturpflanzen ist eine Grundlage für unsere Ernährung in der Zukunft – nicht nur in den alpinen Regionen. Hier finden Sie eine Zusammenfassung und Bewertung der verschiedenen Techniken zur Pflanzenerhaltung: Pflanzenerhaltung.pdf

roggen eschmattDie ältesten ackerbaulichen Spuren im Alpenraum reichen bis ins sechste vorchristliche Jahrtausend zurück. Die wichtigsten Kulturpflanzen waren von Anfang an Faserpflanzen, Getreide und Hülsenfrüchte. Die Rispenhirse gibt es seit ca. 3’000 Jahren, Roggen, Hafer, Hanf und Kolbenhirse treffen etwas später ein. Die ersten Siedler im Alpenraum sammelten zudem Wildpflanzen, wie Heidelbeeren, Preiselbeeren, Berberitzen und Holunder. Um 2000 vor Christus wurden im Rheintal in Siedlungsnähe Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Nüsse angebaut. Es kam zur ersten Auslese von Wildformen.
Acker- und Pflanzenbau spielte neben der Viehzucht bis in hochalpine Regionen eine überragende Rolle für die Ernährung der Menschen. Sie entwickelten einen enormen Wissensschatz um ihre Nutzpflanzen und gaben ihn von Generation zu Generation weiter. Die mittelalterliche Klimaerwärmung begünstigte die Ausweitung landwirtschaftlich genutzter Flächen und insbesondere des Getreideanbaus. Das oberste Ziel war die Selbstversorgung. Lebensmittel, die man nicht selbst herstellen konnte, wurden aus angrenzenden oder weiter entfernten Regionen bezogen.
Am Ende des Mittelalters tritt der Buchweizen auf und mit den Reisen nach Amerika kommt eine ganze Gruppe von Kulturpflanzen unter ihnen Mais, Kartoffeln, Busch- und Stangenbohnen sowie Kürbis neu hinzu.
Die Industrialisierung und die im 19. Jahrhundert einsetzende Globalisierung durch die verbesserten Transportmöglichkeiten hatten grosse Änderungen in der Landwirtschaft zur Folge. Der arbeitsintensive Ackerbau wurde in den höheren Lagen nach und nach aufgegeben. Der Obstbau profitierte von diesen Entwicklungen, der Export von Obst aus den Haupttälern nahm zu. Die Bäuerinnen, die die Feldarbeiten auf den Äckern verrichteten, hatten durch die Aufgabe der Äcker mehr Zeit für ihre Gemüsegärten. Die Vielfalt in den Gemüsegärten stieg an, die Vielfalt auf den Äckern nahm ab. Heutzutage haben die Gemüsegärten wieder an Bedeutung verloren. Es arbeiten viel weniger Menschen in der Landwirtschaft, es wohnen weniger Menschen auf den Höfen und so ist der Bedarf an eigenem Gemüse stark zurückgegangen.
Die Folge war, dass viele Kulturpflanzen, viele Sorten nicht mehr angebaut werden und dadurch in Vergessenheit geraten sind. Dafür hat sich die Vielfalt bei den Zierpflanzen deutlich erhöht.
Es ist wichtig, dass das Wissen, wie man die landwirtschaftlichen Kulturen pflegt nicht verloren geht. Aber nicht nur das Wissen sollte gepflegt werden, es braucht auch die entsprechende Infrastruktur, wie Reinigungs- und Trocknungsanlagen und Maschinen, zur Weiterverarbeitung. Der Anbau von Nutzpflanzen im Berggebiert könnte insbesondere angesichts der Klimaveränderung durchaus wirtschaftlich wieder attraktiv werden – auch wenn die Erträge aus den angepassten lokalen Sorten eher bescheiden bleiben werden.
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